Anogenitale Warzen (Humane Papillomaviren (HPV))

Anogenitale Warzen (Kondylome) stellen gutartige Warzen mit der Lokalisation in den Geschlechtsorganen und im Perianalbereich vor. Die Erkrankung wird durch einen dauernden verkappten Ablauf und die Erscheinungsmöglichkeit der klinisch ausgeprägten Affiktionen eine lange Zeit nach der Infizierung gekennzeichnet.

Die Erkrankungsauslöser in mehr als 90% von Fällen sind Humane Papillomaviren der 6. und 11. Typen.

Die Infizierung erfolgt bei den Geschlechtskontakten mit den Infizierten, aber klinisch ausgeprägte Auftreten können nach einer langen Zeitperiode sichtbar werden. Deshalb kann die Erscheinung von anogenitalen Warzen bei einem der Partnern während der monogamischen Geschlechtsbeziehungen als Beweis eines Geschlechtskontaktes mit anderen Personen nicht dienen.

Anogenitale Warzen erscheinen an der Stellen, die der Verletzung bei den Geschlechtskontakten ausgesetzt sind, und können als einzeln, wie auch multipel sein.

Bei Männern sind die Affektionsherde am meisten im Präputialbereich (Eichel, Kranzfurche, Vorhautbändchen, inneres Vorhautblatt, sowie am Penisschaft bei der abgetragenen Vorhaut) lokalisiert. Möglich ist die Affektion von Hodensack, Inguinalgegend und Perianalbereich, Mittelfleisch. Bei 20- 25% von Männern sind anogenitale Warzen in der äußeren Harnröhrenöffnung lokalisiert.

Die Lokalisationsstellen bei Frauen sind kleine und große Schamlippen, Klitzer, Scheidenvorhof und –wände, Jungfernhaut, Gebärmutterhals, Perianalbereich. Bei 4- 8% von Frauen wird die äußere Harnröhrenöffnung affiziert.

Kondilome der Analöffnung erscheinen am meisten bei den Personen, die Analgeschlechtskontakte praktizieren.

Die klinischen Auftreten können aus Hyperämie im Affektionsbereich, Vorhandensein von Brüchen, Juckreiz, Brennen, Blutausflüssen und Schmerzen beim Geschlechtskontakt bestehen.

Diagnostische Methoden:
  • Beschauen vom anogenitalen Bereich bei guter Beleuchtung;
  • Beschauen von Frauen mittels eines Kusko-Spiegels um Affektionen von Scheide und Gebärmutterhals festzustellen;
  • Harnröhrenspiegelung (beim Vorhandensein von Warzen an der äußeren Harnröhrenöffnung);
  • Anoskopie (beim Vorhanden sein von analen Warzen, etwa für 30% von Infizierten erforderlich);
  • Probe mit der 3% Essigsäurelösung, nach deren Verarbeitung anogenitale Warzen innerhalb einiger Minuten eine gelbweiße Färbung behalten. Die Methode hat eine niedrige Spezifität, deshalb können sich pseudopositive Ergebnisse im Falle anderer Erkrankungen zeigen. Aber die Probe mit der Essigsäure hilft die Afektionsgrenzen feststellen, bevor man Biopsie oder chirurgische Behandlung durchführt;
  • Es ist empfohlen, eine histologische Untersuchung im Falle des atypischen Krankheitsbildes zwecks der differentiellen Diagnose durchzuführen;
  • Zytologische Gewebsprobeuntersuchung Gebärmutterhalses;
  • Kolposkopieuntersuchung;

Im Falle des Vorhandenseins von anogenitalen Warzen ist es notwendig, ein Untersuchung zwecks der Ausschließung von anderen STI durchzuführen.

Heilung:
  • Es ist notwendig, Kondoms bei den Geschlechtskontakten mit neuen Partnern bis zur völligen Genesung zu benutzen.
  • Die Personen, die Geschlechtskontakte mit den Infizierten im Laufe von 6 vorangehenden Monaten, brauchen im Bezug auf STI untersucht zu werden.
  • Die Wahl der Heilungsmethodik hängt von den morphologischen Besonderheiten und der Verbreitung der anogenitalen Warzen ab.
  • Gegebenenfalls werden eine chirurgische Behandlung, Elektrokauterisation, chirurgische CO2-Lasereingriffe, Kryodestruktion durchgeführt.
  • Abgesehen von der langen Heilungsdauer und dem hohen Risiko für die Rezidiventwicklung ist es letztlich möglich, eine völlige klinische Genesung zu erreichen.
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